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Testament / Letztwillige Verfügung

Das Testament ist eine letztwillige Verfügung, mit welcher eine Person einseitige Regelungen betreffend die Verteilung des Nachlasses beim Ableben trifft. Das Testament stellt zusammen mit dem Erbvertrag eine Verfügung von Todes wegen dar.

 

Eine letztwillige Verfügung kann erstellen, wer mindestens 18 Jahre alt und urteilsfähig ist (Art. 467 ZGB). Eine letztwillige Verfügung ist aber nur gültig, soweit sie sich an die gesetzlich vorgeschriebenen Formen und Inhalte hält. (Form-)Ungültige Testamente sind daher in der Regel anfechtbar. Unzulässig ist die Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments.

 

Eine letztwillige Verfügung kann in einer der drei folgenden Formen errichtet werden:

 

Eigenhändiges Testament (Art. 505 ZGB)
Die eigenhändige letztwillige Verfügung muss vom Testator, also vom demjenigen, der das Testament errichtet, von Anfang bis zum Schluss von Hand und persönlich geschrieben sein, mit Angabe von Jahr, Monat und Tag der Niederschrift. Der Testator hat das Testament ausserdem eigenhändig zu unterschreiben. Vorzugsweise soll ein Testament mit Tinte oder Kugelschreiber, jedoch nicht mit Bleistift, geschrieben werden. Bei der eigenhändigen letztwilligen Verfügung haben weder Zeugen mitzuwirken noch muss die Unterschrift amtlich beglaubigt bzw. die Verfügung öffentlich beurkundet werden.

 

Öffentliche letztwillige Verfügung (Art. 499 ff. ZGB)
Das öffentliche Testament wird von einer Urkundsperson unter Mitwirkung von zwei unabhängigen Zeugen errichtet und anschliessend öffentlich beurkundet. Dieser Form bedienen sich insbesondere Personen, die kein eigenhändiges Testament aufsetzen wollen oder können.

 

Ein öffentlich beurkundetes Testament ist dem eigenhändigen Testament unter anderem vorzuziehen, wenn die Verfügungsfähigkeit des Testators umstritten ist (Bestätigung der Urteilsfähigkeit in der Urkunde durch die Zeugen und die Urkundsperson) oder bei komplexen Verhältnissen bzw. komplizierter Ausgestaltung des Testaments.

 

Mündliches Testament (Art. 506 ff. ZGB)
Beim mündlichen Testament handelt es sich um ein Nottestament mit zeitlich beschränkter Gültigkeit und kommt nur dort in Frage, wo der Erblasser infolge ausserordentlicher Umstände, wie nahe Todesgefahr, Unfall, Krieg usw. nicht mehr in der Lage ist, ein eigenhändiges oder öffentliches Testament zu errichten. In diesem Zusammenhang sind vor allem die so genannten Spitaltestamente von Bedeutung, die jedoch bezüglich der Urteilsfähigkeit des Erblassers unter Umständen Anlass zu rechtlichen Auseinandersetzungen geben können.

 

Das Testament als einseitige Anordnung kann vom Erblasser jederzeit ganz oder teilweise widerrufen werden. Ein Widerruf ist entweder in der gesetzlich vorgeschriebenen Form (Widerrufstestament) oder durch Vernichtung der Urkunde möglich. Um Unklarheiten zu vermeiden, empfiehlt es sich bei einem vollständigen Widerruf, bestehende Testamente sowohl durch Widerrufstestament als auch durch Vernichtung aufzuheben.

 

Wie verfasse ich ein Testament

 

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